23. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
Dein Kind steht vor dem Kühlschrank und zeigt auf die Milch. Zum dritten Mal heute. Und du fragst dich, ob das noch okay ist.
Für Kleinkinder ab dem zweiten Lebensjahr werden rund 300 ml beziehungsweise Gramm Milch oder Milchprodukte pro Tag empfohlen. Käse wird dabei mitgerechnet: 100 ml Milch entsprechen etwa 15 g Schnittkäse oder 30 g Weichkäse.
Das Netzwerk Gesund ins Leben formuliert es anders und spricht von drei Portionen Milch oder Milchprodukten am Tag, Joghurt, Quark oder Käse eingeschlossen, am liebsten ohne versteckten Zucker in Kinderlebensmitteln und Kakao. Die Empfehlungen sind hier also unterschiedlich formuliert, mal in Millilitern, mal in Portionen. Das musst du nicht täglich genau abmessen, sieh es einfach als groben Richtwert.
Da gelten andere Regeln. Kuhmilch ist im ersten Jahr kein Getränk, sondern eine Zutat: bis zu etwa 200 ml am Tag, um den Milch-Getreide-Brei zuzubereiten. Statt der Milch kannst du auch die entsprechende Menge Joghurt nehmen. Wie der Beikoststart Schritt für Schritt abläuft, steht hier.
Als Getränk kommt Kuhmilch erst gegen Ende des ersten Lebensjahres dazu, in kleinen Mengen. Der Grund: Zu viel Kuhmilch zu früh kann es Babys erschweren, über die gesamte Ernährung genug Eisen aufzunehmen. Und immer pasteurisierte oder H-Milch, Rohmilch ist für Babys ein echtes Risiko.
Zum Trinken gehört vor allem Wasser auf den Tisch, zu den Mahlzeiten und zwischendurch. Ungesüßter Tee geht auch mal.
Milch zählt dagegen als Portion, sie gehört eher zum Essen als zum Trinken. Wenn dein Kind den ganzen Tag mit der Milchflasche unterwegs ist und abends kaum etwas anrührt, lohnt sich manchmal schon der kleine Wechsel: Milch zur Mahlzeit, Wasser für dazwischen. Und ein Blick auf die Eisenversorgung bei Kleinkindern.
Pflanzendrinks sind nicht automatisch ein gleichwertiger Ersatz für Kuhmilch. Ob sie Nährstoffe wie Kalzium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12 liefern, hängt stark vom jeweiligen Produkt ab, manche sind angereichert, viele nicht. Milch und Milchprodukte sind wichtige Quellen für diese Nährstoffe in der Ernährung von Kleinkindern.
Wenn dein Kind keine Kuhmilch bekommt, aus Überzeugung oder wegen einer Allergie, empfiehlt Gesund ins Leben eine qualifizierte Ernährungsberatung.
Sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt, wenn dein Kind auf Milchprodukte mit Bauchweh, Durchfall oder Hautausschlag reagiert. Oder wenn dein Kind fast nur noch Milch trinkt und feste Mahlzeiten kaum anrührt. Auch wenn du dauerhaft auf Kuhmilch verzichten möchtest, ist das ein guter Grund für ein Gespräch, Kalzium und Jod lassen sich ersetzen, aber nicht nebenbei.
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