26. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit
Zucker in Babynahrung ist häufiger als die meisten Eltern vermuten. Quetschies, Frühstücksbrei und Gläschenkost klingen nach natürlicher Ernährung – doch viele Produkte enthalten Süßungsmittel unter Namen, die harmlos wirken. Ein Blick auf die Zutatenliste beantwortet die meisten Fragen.
Fruchtsaftkonzentrat ist das häufigste Süßungsmittel in Babybreien und Quetschies. Es klingt natürlicher als Zucker – hat aber dieselbe Wirkung: schnell verwertbare Zucker ohne Ballaststoffe. Typische Namen auf der Zutatenliste: Fruchtsaftkonzentrat (Apfel, Traube, Birne), Traubenmost, Fruktosesirup, Glukosesirup, Reissirup, Dattelsirup.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihren Zuckerrichtlinien von 2015: Kinder unter zwei Jahren sollten keine freien Zucker erhalten. Die Europäische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) hält in einem Positionspapier von Fidler Mis und Kolleginnen (2017) fest: kein zugesetzter Zucker, kein Fruchtsaft vor dem ersten Geburtstag.
WHO-Empfehlung: Kinder unter zwei Jahren sollten keine freien Zucker erhalten – das schließt Fruchtsaftkonzentrate, Honig und Sirupe ein.
Neben „Zucker" verstecken sich in der Zutatenliste oft:
Fertigprodukte sind nicht generell schlecht – es gibt zucker- und salzfreie Alternativen, und für unterwegs haben sie ihren Platz. Worauf du beim Kauf achten kannst:
Wenn dein Baby nach bestimmten Produkten Blähungen oder Verdauungsprobleme bekommt, oder wenn du dir unsicher bist, welche Lebensmittel für sein Alter geeignet sind – sprich mit deinem Kinderarzt. Für den Einstieg in die Beikost findest du in unserem Artikel Beikost starten: Wann ist mein Baby bereit? eine übersichtliche Checkliste der Bereitschaftszeichen.
Begriffe kurz erklärt
Freie Zucker: Alle einem Lebensmittel zugesetzten Zucker sowie natürlich vorkommende Zucker in Fruchtsaft, Honig und Sirup. Nicht dazu zählen die natürlichen Zucker in ganzen Früchten, Gemüse oder Milch.
ESPGHAN: Europäische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung – die Fachgesellschaft, deren Ernährungsempfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder in Europa als Leitlinien gelten.
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